Sarajevo 1992-1996
Wo? Rovereto
Wann?
Die längste Belagerung
Das italienische Kriegsgeschichtsmuseum in Rovereto zeigt in einer Fotoausstellung einige der Momente, die die Bevölkerung während der Belagerung der Stadt Sarajevo erlebte.
Das Italienische Kriegsgeschichtsmuseum präsentiert in Zusammenarbeit mit der Transeuropa-Beobachtungsstelle Balkan-Kaukasus eine Auswahl von Bildern, die der Fotojournalist Mario Boccia während der längsten Belagerung Sarajevos aufgenommen hat und die einen Einblick in den Widerstand der Stadt und ihrer Bewohner zwischen 1992 und 1996 geben.
Die Belagerung der Stadt Sarajevo war eines der schwersten Ereignisse der Jugoslawienkriege, die zehn Jahre lang die Länder erschütterten, die aus der Auflösung der Sozialistischen Föderativen Republik Jugoslawien hervorgingen, und dazu beitrugen, die aktuelle geopolitische Konfiguration der Region zu definieren. Die Konflikte hatten dramatische Auswirkungen auf das Leben der betroffenen Bevölkerungen und nahmen den Charakter von “Kriegen gegen Zivilisten” an.
Die ausgestellten Fotografien erzählen das Drama des Krieges aus der Sicht der Belagerten und der Belagerten durch eine bildhafte Erzählung, die uns unwiderruflich in die Gegenwart zurückbringt. Die Protagonisten der Aufnahmen sind die Menschen mit ihrer Entschlossenheit, die Werte einer vielfältigen Identität zu verteidigen, und die Orte in einer Stadt, die auch an ihren symbolträchtigen Gebäuden verwundet wurde, darunter die Nationalbibliothek, die im August 1992 von einer Granate getroffen und in Brand gesetzt wurde.
Ein Teil der Ausstellung ist auch den Solidaritätsinitiativen gewidmet, an denen sich Vereine und Bürger in verschiedenen europäischen Ländern, darunter auch Italien, beteiligt haben. Neben den Bildern werden einige Objekte ausgestellt, die Ambrogio Paraboni, ein italienischer Staatsbürger, der in den 1990er Jahren zahlreiche humanitäre Reisen nach Bosnien-Herzegowina unternahm, gesammelt hat.
Die Ausstellung bietet eine klare Analyse der Auswirkungen des Krieges auf die Menschen, die Gesellschaft und die Kultur und ist ein Instrument zur Entwicklung eines kritischen Bewusstseins für die Geschichte der Konflikte.
Die Entscheidung, diese der Belagerung von Sarajevo gewidmete Fotoausstellung zu kuratieren, entspringt also dem Wunsch, von einem aktuellen Konflikt zu erzählen und dabei die Funktion eines Museums zu übernehmen, das auch ein Ort der Interpretation der Gegenwart ist.
Info und Landkarte
Museo Storico Italiano della Guerra
Via Castelbarco, 7
38068 Rovereto (TN)
T: +39 0464 438100
F: +39 0464 423410
info@museodellaguerra.it
www.museodellaguerra.it
Social:
Öffnungszeiten
Dienstag bis Sonntag von 10.00 bis 18.00 Uhr (letzter Einlass um 16.30 Uhr).
Außerhalb der Feiertage montags, 24., 25., 31. Dezember und 1. Januar geschlossen.
Eingang
Der Eintritt ist im Museumsticket enthalten.



